#45 Nachfolge: 2 Chefs, 1 Betrieb

Shownotes

In dieser Folge sprechen Dennis Jäger und Martin Sommer darüber, ob zwei Chefs gleichzeitig einen Betrieb führen können – und warum das nur dann funktioniert, wenn Verantwortlichkeiten glasklar getrennt sind. Gerade bei einer Unternehmensnachfolge zwischen Senior und Junior braucht es eindeutige Zuständigkeiten, damit nicht zwei Personen dieselben Themen entscheiden und dadurch Parallelstrukturen entstehen.

Du erfährst unter anderem:

  • Warum zwei Geschäftsführer funktionieren können, wenn jeder genau weiß, wofür er verantwortlich ist
  • Weshalb zwei Personen niemals gleichzeitig die gleiche Entscheidungsverantwortung für einen Bereich tragen sollten
  • Warum Mitarbeiter bei Personalthemen, Verkauf oder anderen Fragen nicht einfach zwischen zwei Chefs wählen dürfen
  • Weshalb immer klar sein muss: Wer berät – und wer entscheidet?
  • Wie bei einer Unternehmensnachfolge die Entscheidungskompetenz des Juniors Schritt für Schritt wachsen und die des Seniors entsprechend abnehmen sollte
  • Warum der Senior sich vom Entscheider zum Mentor entwickeln muss
  • Weshalb regelmäßige Mentoringgespräche helfen, Erfahrung weiterzugeben, ohne dem Nachfolger permanent in seine Entscheidungen hineinzureden
  • Warum eine übertragene Verantwortung auch bedeutet, dass der Junior am Ende tatsächlich entscheiden darf
  • Weshalb Digitalisierung nicht einfach nach dem Motto „Das macht später der Junior“ abgeschoben werden darf
  • Warum Senior und Junior sich weiterhin gegenseitig beraten sollten – auch wenn die Verantwortlichkeiten klar verteilt sind
  • Weshalb ein aktuelles Organigramm und eine klare Aufgabenverteilung dabei helfen, diese Zuständigkeiten für alle im Betrieb sichtbar zu machen
  • Warum gute Nachfolge am Ende Mentoring in beide Richtungen bedeutet – mit immer mehr Verantwortung beim Nachfolger und immer weniger beim bisherigen Chef

Hausaufgabe zur Folge: Im WhatsApp-Kanal bekommst du wieder eine Checkliste zur Aufgabenverteilung zwischen Senior und Junior. Für jeden Bereich wird festgehalten:

  1. Was macht der Senior?
  2. Was macht der Junior?
  3. Wer ist Mentor?
  4. Wer ist Entscheider? Zusätzlich solltet ihr euch regelmäßig zusammensetzen und gemeinsam prüfen, welche Aufgaben Schritt für Schritt vom Senior auf den Junior übergehen.

Link zum WhatsApp-Kanal: https://whatsapp.com/channel/0029Vb6bPkLG8l5FwomcC61Q

Mehr Infos: SBZ – Schulungs- und Prozesszentrum: www.sbz-online.de eLearningPlus / digi professionals GmbH: www.e-learning-plus.de

Transkript anzeigen

Es ist Mentoring in beide Richtungen.

Herzlich willkommen zum Podcast. Das Handwerk macht kurze Prozesse. Ich bin Dennis Jäger.

Und ich Martin Sommer.

Wir reden darüber, wie Betriebe besser werden.

Und am Ende bekommt ihr immer eine Hausaufgabe. Lieber Dennis, eine ganz doofe Frage.

Es gibt keine doofen Fragen.

Können zwei Chefs gleichzeitig einen Betrieb führen?

Zu viele Kösche verderben den Brei. So, also ich glaube, es gibt Ausnahmen, wo das ganz gut klappt. Ja, wenn beide ihre Claims abgesteckt haben und jeder weiß, wofür er zuständig ist. Ihr seid doch auch 2 Chefs bei euch.

Ja, Aber wir haben eine sehr klare Trennung, wer was macht. Ja, ich pfusch nicht in seinem Bereich rein und er nicht in meinem. Natürlich gibt es ein gegenseitiges Controlling von den Bereichen, aber es ist eine Trennung. Immer beim Brei waren, er musste ja die kleine Anekdote von der Matilda noch mal erzählen. Es gab vor kurzem den ersten für alle,

Die uns noch nicht so lange zuhören, Matilda ist deine jetzt 6 Monate alte Tochter.

Ja, 67 sechseinhalb, sowas in die Richtung. Es gab zum ersten Mal Brei und da waren meine Frau und ich mir nicht so einig. Aha, das heißt, ja, mehrere Köche, ja,

Servieren den Brei nicht,

Ja nicht. Dann gab es noch eine Diskussion, das heißt, Eine klare Verantwortlichkeit, wer für den Brei zuständig ist, für die Zubereitung und die Konsistenz, wäre in dem Moment sehr gut gewesen und nicht, dass die immer gegenseitig da rein quatscht. Ja, jedenfalls klingt gut, 2 Chefs, ein Betrieb, 2 Leute,

Einen Brei, schwierig. Und wenn es dann noch verwandtschaftliche Beziehungen gibt, also wenn es zum Beispiel Vater und Sohn sind, hat das noch mal 'ne ganz eigene Dynamik, weil Familie und alles, was da dran hängt, schwingt auch immer mit. Das kann 'n Nachteil sein, aber wenn die beiden richtig gut harmonieren, ist das Modell unschlagbar.

Genau, aber wichtig, auch in der Familie muss man immer Familie und Betrieb trennen können, wenn es dann irgendwann sich vermischt und eine Familie nachher Betrieb ist, dann muss man wirklich klare Kante ziehen und hier 'n Cut machen. Und das ist eigentlich das Wichtige, wenn 2 Leute.

Verschiedene Generationen oder gleiche Generation. Es können wirklich Vater, Sohn sein, aber auch 2 parallele Geschäftsführer in einem Betrieb. Wenn es da nicht eine klare Aufgabenverteilung gibt, wer was macht, dann endet es im Chaos. Das heißt, ich kann nicht sagen, die Person verkauft und und die Person verkauft auch,

Weil sonst machen die 2 verschiedene Richtungen wieder auf.

Man kann natürlich sagen, Person 1 ist federführend für die Musterangebote, hatten wir in der letzten Folge bei der Branchensoftware. Aber die Person 2 muss sich dann an die Regeln, die die führende Person definiert hat, halten. Er darf nicht seine eigene Angebote machen. Das heißt, es gibt einen federführenden Person für das Thema Verkauf und Angebote.

Es gibt eine federführende Person für Mitarbeiter. Ja, das heißt, wenn ein Mitarbeiter Personalthemen zu besprechen hat,

Und er zu Person A kommt, der nicht dafür zuständig ist. Muss man explizit sagen, danke, dass du zu mir kommst, aber wir haben das so organisiert, dass im Endeffekt Person B sich darum kümmert. Keine Abkürzung oder keine kein Übergehen von Zuständigkeiten,

Weil wenn man das wieder vermischt, sich wieder Parallelstrukturen entwickeln, Und dann würde alles wieder unserem Podcast-Dachthema 'Macht kurze Prozesse' entgegenlaufen.

Und 2 verschiedene Richtungen enden wieder im.

Vermutlich Chaos, Chaos.

Das heißt, einer hat den Hut auf und der entscheidet, gibt die Richtung vor. Wenn man in einem Bereich zusammenarbeitet, entscheidet aber immer noch die Person A. Und der ist dafür zuständig. Die B. Darf natürlich beraten, A. Entscheidet, keine doppelte Verantwortungen im gleichen Bereich.

Wäre es dann nicht aus dem Bauch heraus sinnvoller, dass der, der den Laden mal übernimmt, irgendwann tendenziell mehr entscheidet und verantwortet als der Alte?

Ja und nein, es hängt gerade ab, in welchem Zeitpunkt man Zeitpunkt man gerade ist. Wenn man jetzt eine Nachfolge sagt und der wirklich der Chef, Der Senior aus dem Betrieb ausscheiden möchte oder der vorige Geschäftsführer, dann muss die Entscheidungskompetenz von dem Nachfolger Schritt für Schritt mehr werden und von dem bestehenden Schritt für Schritt weniger werden.

Und da kommt ein ganz großes Mindset Problem oder Aufgabe für den Senior oder für den bestehenden älteren, halt bestehenden Geschäftsführer.

Ganz salopp gesagt, Der hat nichts mehr zu sagen.

Ja, und er muss eigentlich vom Entscheider hinkommen zum Mentor,

Er Berät ja und beraten bedeutet nicht entscheiden. Wenn der Junior, der Nachfolger, das Musterangebot jetzt, er hat jetzt die Aufgabe, die Musterangebote zum auch selber zu pflegen. Er macht auch das Angebotsmanagement, wenn er dann auch wirklich die Aufgabe übergeben bekommen hat, Das heißt, die ist nicht mehr beim Senior, sondern jetzt beim Junior und er sagt, er will jetzt paar Sachen anders haben, dann kann er oder oder sollte er auch, empfehle ich auch, zum Senior gehen.

So, ich hab das mal überarbeitet, können wir mal darüber sprechen, in einem festen Termin zu einem bestimmten Zeitpunkt monatlich, einfach oder wöchentlich ein Mentoringgespräch.

Dann wird über das, über die Anpassung diskutiert, wird beraten.

Und dann muss aber auch der Senior sagen können, ich verstehe das, da kann seinen Senf dazu geben, aber wenn das, wenn Junior sagt, ihm passt es so, er findet es trotzdem besser, wie es er gemacht hat, er muss sich das dann halt bitte anhören und es auch mitnehmen, auch Kritik mitnehmen und die Kritik auch wertschätzen.

Aber wenn das Junior sich für das entscheidet, dass 'ne Änderung stattfindet, dann steht es.

Dann muss er es auch hinnehmen, Jetzt sind wir ja relativ nah dran am Thema K. I. Und Digitalisierung. Das ist doch eigentlich Sache vom Junior, sagt zumindest jeder alte Chef.

Ja, aber da sind wir auch wieder beim großen Denkfehler. Aha, wenn ich eine Aufgabe abgebe, bedeutet nicht, ich hab die Aufgabe komplett abgeschoben, sondern ich muss mich immer noch damit auseinandersetzen und in diesem Digitalisierungsbereich den Zuständigen beraten.

Also, wenn ich das ablehne, weil ich es eh doof finde, hat das Konsequenzen.

Ja, genau, schöne, schöne Sätze, was ich in letzter Zeit immer hör, das macht dann mein Junior, die Digitalisierung, wenn ich dann irgendwann nicht mehr mal da bin. Wenn ich irgendwann nicht mehr mal da bin, bedeutet er hat schon gar keinen Zeit, gar keinen Zeitpunkt im Kopf, wenn dieses Punkt überall mal da ist.

Das steckt auch noch drin.

Ja, Ja, das heißt, man hat noch gar keinen, Geregelte Übergabe kann man noch gar nicht machen, weil die Übergabe Schritt für Schritt gar nicht an den Sohn oder an den an die Tochter übergeben werden kann.

Und Digitalisierung findet er doof, sagt er auch dann genau, Indirekt.

Ja, und das war, was mein Junior dann in der Digitalisierung macht, ist mir eh egal.

Ganz andere Herangehensweise, der Junior, der für Digitalisierung zuständig ist, zeigt neue Möglichkeiten. Er sagt, das ist sein Aufgabenbereich, Er hört den Senior noch dazu, der Senior beschäftigt sich damit. Man guckt, wie man die bestehende Prozesse zum Beispiel jetzt in der Branchensoftware abbilden könnte. Dann wird wird noch diskutiert, was die Probleme vielleicht dabei sind, die Probleme müssen dann gelöst werden. Wenn dann der Senior sagt, ja, er kann damit leben, er hat sich damit beschäftigt, seine Kritikpunkte wurden gehört, ab dem Moment stellt man dann Schritt für Schritt in den nächsten 90 Tage den Prozess im Betrieb um.

Und dafür braucht es mit Sicherheit wieder 'n grafisches Abbild, wenn im Idealfall ein Organigramm, 'n Flussdiagramm.

Genau, jetzt beim Prozessthema, wo wir gerade waren, war es vielleicht ist 'n kleines Bild, ist 'n kleiner Prozessgraph, hab ich ja schon im letzten K.I. Blog gezeigt oder erzählt, wie man das im Endeffekt relativ schnell erstellen kann. Aber für die Aufgabenverteilung, wer gerade für was zuständig ist, auf Führungsebene, aber auch auf Mitarbeiterebene, ist ein klassisches Organigramm dazu einfach da. Das Originogramm muss immer aktuell gehalten werden und es muss regelmäßig an die Mitarbeiter kommuniziert werden. Dadurch, bitte hört euch noch mal die Folge, die letzte Folge aus dem K. I. Blog an, wie man im Endeffekt Chat G.

P. T. Oder Cloud zusammen verbindet zu Miro.

Die Nummer weiß ich jetzt nicht mehr, die Folgennummer, aber hört euch einfach alle noch mal an.

Genau, aber sehr wichtig ist, man darf Themen nicht nur einfach abschieben, zum, Ihm sagen, das ist Junior, ich beschäftige mich gar nicht mehr damit, aber auch der Junior darfst nicht sagen, ich beschäftige mich mit den Themen, die der Senior gerade noch hat, gar nicht damit, sondern ist halt immer beratend. Es ist Mentoring in beide Richtungen, nur dass die Aufgaben vom Nachfolger immer mehr werden und vom bestehenden immer weniger werden. Und oben dann gibt es einen Zeitpunkt X, dafür ist man dann nur noch.

Mentor und so kann es dann funktionieren mit den in Anführungszeichen 2 Chefs im Haus, die ja eigentlich nicht 2 Chefs sind, sondern die ihre Bereiche klar aufgeteilt haben, in denen jeder sein eigener Chef ist und mittel und langfristig natürlich der Nachfolger, der reinwächst, Stück für Stück mehr übernimmt. Und wenn man das Ganze mit einem vernünftigen Prozess hinterfüttert, läuft es besser.

Genau, du, das haben wir, glaub ich, noch vergessen, die Hausaufgabe oder.

Wieso vergessen? Wir sind am Ende der Folge, dann kommt die Hausaufgabe.

Ja, Genau, es gibt wieder 'ne Checkliste. Ja, wir hatten schon so 'ne ähnliche Checkliste in den vorherigen Folgen.

Die Checkliste ist eigentlich ganz einfach, was macht der Junior, was macht der Senior, wer ist Mentor in diesem Bereich und wer ist Entscheider in diesem Bereich, macht, Füllt die aus und hockt euch jeden Monat oder jedes Quartal hin, welche Aufgaben mehr rüber wandern. Und macht bitte monatlich eine Stunde, 2 Stunden Meeting, wo ihr die Themen besprecht, die ihr beide habt. Das heißt, erstmal berichtet die Person A., was alles passiert ist, was er gern anders hätte, dann wird beraten und anders drum.

Ich muss da bei der ganzen Sache aber eigentlich auch meine Mannschaft mitnehmen, oder.

Ja, aber da kommt noch 'n große Folge dazu.

Na dann, reden wir da ein andermal drüber. Wie war das jetzt? 2 Chefs funktionieren, 2 Chefs mit denselben Aufgaben funktionieren nicht. Sehr schöne Zusammenfassung.

Lieber Dennis, bis zur nächsten Folge.

Tschüss, tschüss. Das war der Podcast. Das Handwerk macht kurze Prozesse. Mehr Infos über uns unter www. S.B.Z. Minus online.de oder unter www.

Learning-plus.de oder in unserem WhatsApp Channel. Den Link findet ihr direkt in der Beschreibung. Vielen Dank fürs Zuhören!

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